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Fachgeschäft für Genuss

Feinkost Lindner im Schultheiss Quartier

Lindner ist mehr als ein Berliner Feinkostgeschäft. Seit der Unternehmensgründung in den 50er Jahren durch Robert Lindner wurde der Name zu einer Institution in der Hauptstadt. Damals begann alles mit einem Stand auf einem Wochenmarkt. Kunden wissen auch heute noch, was sie bei Lindner erwartet, Lindner weiß, was die Kunden wollen. Nachdem der Sohn des Gründers, Michael Lindner, in den 90er Jahren die Geschäftsführung übernimmt, avanciert „Butter Lindner“ zu „Lindner“. 2007 bekommt Michael Lindner das Bundesverdienstkreuz für die ambitionierte Ausbildung junger Menschen. Im Gespräch mit HGHI News gibt Claudia Mehrl, Mitglied der Geschäftsleitung, Einblicke in das Berliner Traditionsunternehmen, das auch neun Filialen in Hamburg und eine in Potsdam betreibt. Unter anderem erklärt sie, warum Butter nicht einfach Butter ist und wie sich eine Filial-Eröffnung wie die im Schultheiss Quartier anfühlt.

Frau Mehrl, Sie arbeiten schon lange bei Lindner. Was ist Ihre Aufgabe?

Tatsächlich bin ich schon seit 28 Jahren im Unternehmen, gefühlt ein ganzes Leben. Ich arbeite in der Geschäftsleitung, wohlgemerkt nicht in der Geschäftsführung, die hat Herr Lindner als Einziger inne. Ich habe die schönste Arbeit, die man sich vorstellen kann und kümmere mich um vier Bereiche: Die Küche mit Salaten und warmen Speisen, die Bäckerei mit unseren Broten und Konditoreiprodukten, die Öffentlichkeitsarbeit mit Marketing und Produktvermarktung sowie das Catering. Die Kombination dieser vier Felder ist so spannend, weil ich in sämtliche Abläufe involviert bin. Ich begleite ein Produkt von der Idee bis hin zur Präsentation in der Ladentheke, das macht viel Spaß.

Wie würden Sie die Seele von Lindner beschreiben?

Das ist einfach: Liebe und Leidenschaft für Menschen und Produkte. Wir stellen Lebensmittel für den Menschen her. Sie sollen seinen Anforderungen genauso gerecht werden wie unseren Ansprüchen an Qualität. Dieses Bewusstsein für Mensch und Produkt beschreibt unsere Philosophie am treffendsten. Die Kunden stellen bestimmte Anforderungen an uns, die wir erfüllen wollen und müssen.

Nämlich?

Zunächst sind wir ein Fachgeschäft, das der Kunde bewusst betritt und klar mit dem Begriff Genuss verbindet. Zweitens geht man nicht zu uns, nur um satt zu werden. Lindner wird – und soll auch – als kleine Oase im Alltag genutzt werden, auch gern nur für sich persönlich. Es sind die kleinen Dinge, die den Tag kostbar machen. Mit Lindner belohnt man sich selbst, es muss nicht immer der große Urlaub sein, Stichwort Lebensqualität. Grundsätzlich muss unser Produkt beim Kunden perfekt ankommen, auch physisch.

Wie garantieren Sie das?

Hinter jedem Produkt steht eine Kette. Es muss zunächst perfekt produziert werden und, etwa unter Berücksichtigung der Kühlkette, produktgerecht in der Ladentheke landen. Zum Beispiel kommt es bei einem tollen Schinken schon darauf an, wie er aufgeschnitten und präsentiert wird. Manche mögen ihn lieber dünn gehobelt, andere essen ihn mehrere Millimeter dick. Wir gehen dabei immer auf die individuellen Kundenwünsche ein. Danach muss der Schinken richtig gelegt werden, das muss man lernen. Legt man ihn nicht richtig, verklebt alles. Die Verpackungen müssen die Eigenschaft haben, dass Kunden das Produkt gut transportieren und auch lagern können.

Genau wie HGHI ist auch Lindner ein eigentümergeführtes Mittelstandsunternehmen. Wirkt sich diese Tatsache auf Ihren Arbeitsalltag aus?

Einer der Hauptunterschiede zu einem Konzern könnte neben Flexibilität sein, dass sich bei Lindner der Mensch komplett mit dem Inhalt identifi ziert. Unser Geschäftsführer Michael Lindner arbeitet jeden Tag aktiv mit. Er steht jeden Tag für die Qualität und die Ansprüche in seinem Unternehmen ein und löst damit große Begeisterung bei den Mitarbeitern aus. Seine Leidenschaft steckt uns an. Er ist überall dabei und räumt uns gleichzeitig großen kreativen Freiraum ein. Es gibt am Ende aber kein Produkt, hinter dem Herr Lindner nicht steht und das er nicht selbst geprüft oder gekostet hat.

Ist die Butter immer noch das Lindner-Produkt schlechthin?

Unsere Butter repräsentiert unseren Qualitäts- und Produktanspruch nach wie vor sehr gut. Das Klopfen der Butter bei uns in den Geschäften ist übrigens nicht nur ein Showelement: Es ist viel schonender, wenn ich klopfe statt presse. Durch den Druck beim Pressen ändert sich die Struktur des Produkts, beim Klopfen bleibt die Butter streichfähiger und luftiger. Seit Firmengründung arbeiten wir mit einer kleinen Molkerei in Schleswig-Holstein zusammen. Manche kennen vielleicht noch die ursprüngliche Herstellungsweise, bei der Butter in einem alten Holzfass mit Holzlöffel geschlagen wird. So wurde die Molke vom Rahm getrennt. Bei Industriebutter wird der Rahm durch eine Zentrifuge gepresst, 90 Sekunden lang, und die Butter ist fertig. Lindner arbeitet weiterhin mit dem alten Fassbutterungsverfahren, bei dem Rahm in einem kegelförmigen Kessel gedreht wird. Dadurch schlägt er sich quasi selbst, anderthalb Stunden lang. Das schmeckt man. Zu den Klassikern heute zählt aber unbedingt unser Landrahm mit Frühlingszwiebeln, der fehlt in keiner Filiale und ist das meistverkaufte Produkt.

Bei welchem Produkt können Sie nie widerstehen?

Ich glaube, es gibt nirgends besseres Vitello Tonnato als bei uns (lacht)! Aber im Ernst: Jeder kann bei Lindner sein kleines persönliches Genuss-Highlight finden, die Auswahl ist groß genug. Im Moment arbeiten wir an einer neuen Fingerfood-Reihe für unseren Cateringbereich. Da probiere ich mich gerade durch und finde ein Häppchen leckerer als das andere.

Wie entstehen Ihre Kreationen?

Wir setzen uns regelmäßig mit den neuesten Trends auseinander und schauen uns an, was andere Länder und Städte kulinarisch anbieten. Natürlich beobachten wir stetig die Food-Szene und die Gastronomie, welche Einflüsse von Hausmannskost über Steinzeiternährung oder Superfood gerade eine Rolle spielen. Mit den Jahren entwickelt man da ein gutes Gefühl für Produkte. Jedes Jahr bringen wir eine Sommer- und eine Winterkollektion heraus, die jeweils unter einem Motto steht. Die aktuelle besteht aus verschiedenen Sommer-Momenten wie Essen draußen im Grünen, Dinner mit Freunden oder Grillabende oder auch etwas gewagter Highheels und Hochgenuss. Für jeden dieser Momente bietet die Kollektion etwas mit vielen Saisonprodukten an.

Was ist gerade angesagt?

Wir finden die „Fusionkitchen“ sehr spannend, die Kombination verschiedener Einflüsse aus unterschiedlichen Ländern. Im Moment haben wir einige Speisen mit arabischen Einflüssen oder auch Superfood im Angebot, bei interessierten Foodies schon fest im Speiseplan verankert. Aber wir entwickeln auch Ideen aus dem Alltag heraus: Ich versetze mich gern in die jeweilige Situation eines Picknicks oder Grillabends und frage mich innerlich, was mir letztens gefehlt hat oder was ich mir gewünscht hätte. Die Filialen passen sich dem Bedarf im Kiez an.

Worauf achten Sie dabei?

Shoppingcenter sind unterschiedlich aufgebaut. Sind viele Büros in der Nähe, bietet der Laden andere Waren an, als wenn es eine reine Wohngegend wäre. Vor allem Büro-Kunden wollen to-go-Produkte und leicht zu transportierende Speisen, dafür vielleicht etwas weniger Wurst- und Käsetheke. Im Schultheiss Quartier ist das anders: Dort sehen wir vor allem Anwohner aus der Umgebung. Was man wissen muss: Unsere Fläche ist sehr klein, trotzdem werden wir ein umfangreiches Angebot haben und auf Kundenwünsche eingehen. Unsere Standards sind natürlich da.

Die da wären?

Der Landrahm ist mit Abstand unser meistverkauftes Produkt. Er wird im Schultheiss Quartier genauso angeboten werden wie unser Vitello Tonnato oder der klassische Lindner-Vanillequark. Den lieben übrigens Kinder sehr.

Wussten Sie, wie sehr ein Feinkostgeschäft wie Lindner vielen Anwohnern rund um die Stromstraße gefehlt hat?

Natürlich hoffen wir immer, dass Menschen sich freuen, wenn wir eine Filiale in ihrer Nähe eröffnen. Bevor wir uns für ein Geschäft entscheiden, schauen wir uns den Standort und die Umgebung genau an. Das haben wir auch am Schultheiss Quartier gemacht und empfinden die Gegend in Mitte als absolut geeignet. Wir wünschen uns, dass die Menschen, die hier wohnen, sich über unser Angebot freuen und es am Ende natürlich auch annehmen.

Die neue Filiale ist die 37. in Berlin, die 47. insgesamt. Sind Sie routiniert im Eröffnen?

Nein, eine Eröffnung ist – wahrscheinlich wie bei einem Shoppingcenter – jedes Mal etwas Aufregendes und Spannendes. Neue Begebenheiten, andere Anforderungen, überraschende Kleinigkeiten – natürlich hatten wir alle Lampenfi eber. Ich glaube, wenn das verloren geht, wäre das kein gutes Zeichen.

In den 50er Jahren hieß es „Butter Lindner“, seit einigen Jahren nur noch „Lindner“. Warum?

Die Essgewohnheiten und Ansprüche der Menschen haben sich geändert und wir haben uns angepasst. Lindner bietet Vielfalt und ist mehr als ein Händler für Molkerei-Produkte, was der ursprüngliche Name heute implizieren würde. „Lindner“ steht für Qualität und wie ich eingangs sagte: für Liebe und Leidenschaft zum Menschen, seinen kulinarischen Bedürfnissen und unseren Produkten.

Claudia Mehrl begleitet ein Produkt von der Idee über die Herstellung, bis hin zur Präsentation – die Küche ist einer ihrer Lieblingsorte
Lindner im Erdgeschoss des Schultheiss Quartiers: Alles da, was das (Gourmet-) Herz begehrt
Das Himbeer - Macaron ist ein besonders beliebtes Dessert

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