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"Berlin boomt weiter"

Interview mit Frank Gieselmann, Leiter der Berliner Niederlassung der HSH Nordbank AG

Banken und Projektentwickler gehören zusammen wie Bauhelm und Sicherheitsschuhe – sie können zwar ohneeinander, miteinander funktioniert es aber besser. Frank Gieselmann, Leiter der Berliner Niederlassung der HSH Nordbank AG, sprach mit uns über den Wirtschaftsstandort Berlin, die Immobilienbranche im Allgemeinen und die Unterstützung durch seine Bank im besonderen.

Herr Gieselmann, die HGHI Holding GmbH und die HSH Nordbank AG arbeiten eng zusammen. Welche Eigenschaften verbinden unsere Unternehmen?

Beide Unternehmen sind sehr erfahren in der gewerblichen Immobilien-Projektentwicklung beziehungsweise -Finanzierung und wir arbeiten gern als Profis mit Profis. Die HGHI haben wir als zuverlässigen Akteur kennengelernt, mit dem wir seit rund fünf Jahren vertrauensvoll und auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Unternehmerisches Handeln und Denken sind der HGHI und der HSH Nordbank AG gleichermaßen wichtig.

Sie werben mit dem Slogan: „HSH Nordbank – strong for entrepreneurs“ – die Bank für Unternehmen. Geben Sie auch jungen Start-ups, von denen es viele in Berlin gibt, eine Chance?

Ja, das tun wir. In Berlin unterstützen wir Start-ups indirekt über die gewerbliche Immobilienfinanzierung, etwa bei der Realisierung von Büroflächen. Unser Headquarter in Hamburg hat gemeinsam mit der Hamburger Sparkasse zudem speziell ein Programm für junge Gründer ins Leben gerufen, den Next Commerce Accelerator (NCA). Die Initiative unterstützt junge Gründer bei ihren ersten Unternehmensschritten, zum Beispiel mit Kontakten oder der Vermittlung von Mentoren.

Sie wohnen in Berlin und kennen das Schultheiss Quartier – worin sehen Sie die Chancen für diesen Standort?

Tatsächlich wohne ich schon seit mehr als 30 Jahren in Berlin und kenne die Stadt gut, auch die Gegend in Moabit. Meine Kolleginnen und Kollegen in der Berliner Niederlassung kommen übrigens ebenfalls von hier und kennen die Stadt wie ihre Westentasche. Ein modernes Shopping- und Dienstleistungszentrum wie das Schultheiss Quartier spricht für eine zeitgemäße Stadtentwicklung, ist insgesamt zukunftsorientiert und hat großes Potenzial. Mir gefällt das Schultheiss Quartier und die Idee dahinter sehr gut.

Ganz allgemein: Welche Chancen sehen Sie für den Wirtschaftsstandort Berlin?

Wir beobachten in den Segmenten Einzelhandels- und Büroimmobilien in Berlin eine stabile Miet- und Preisentwicklung und wir gehen generell davon aus, dass die Hauptstadt auch in den kommenden Jahren ein attraktiver Investitionsstandort bleibt. Im hochpreisigen Wohnungsbau kann eine Preisregulierung auf uns zukommen, eine Blase sehen wir jedoch nicht.

Worauf legt die HSH Nordbank AG dabei ihren Schwerpunkt?

Wir fokussieren uns auf Büro-, Einzelhandels- und Wohnimmobilien, finanzieren in diesen Assetklassen sowohl Bestandsobjekte als auch komplexe Projektentwicklungen. Grundsätzlich zählt nach wie vor: Lage, Lage, Lage! Daran wird sich auch erst mal nichts ändern, sie ist ein entscheidender Faktor bei unseren Bewertungen. Aber natürlich muss auch das Konzept für das Projekt überzeugen und erfahrene Marktteilnehmer punkten mit einer guten Erfolgsgeschichte und ihrem umfassenden Know-how.

Meistens gehen die wirtschaftlichen Innovationen von der Privatwirtschaft aus. Was kann die Politik für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Berlin tun?

Wir hören immer wieder aus der Branche, dass Entscheidungen in Berlin, wenn auch nicht nur hier, zu langsam getroffen werden. Ausstehende Beschlüsse oder Genehmigungen, die sich teilweise über Jahre hinziehen, verzögern Projekte oder bringen sie gar zum Scheitern. Die Politik sollte dafür sorgen, dass Anträge schneller bearbeitet und Vorhaben damit rascher und unkomplizierter vorangetrieben werden können. Berlin täte es gut, wenn man mit mehr gesundem Pragmatismus an viele Sachen heranginge – natürlich unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften.

Sind Sie mit der allgemeinen Infrastruktur zufrieden?

Insgesamt läuft es gut in der Stadt, wir Berliner können mit der Situation zufrieden sein. Es gibt allerdings Nachholbedarf beim Individualverkehr in der Innenstadt, die Zustände der Straßen sind teilweise katastrophal. Unser ÖPNV ist meines Erachtens aber sogar im internationalen Vergleich konkurrenzfähig. Ein kleiner Kritikpunkt: Die Klimaanlage dürfte in den Sommermonaten häufiger eingeschaltet werden… (lacht).

Was planen Sie für die Zukunft?

Unsere Bank befindet sich gerade in der Privatisierungsphase. Im Februar haben unsere Alt-Eigentümer die Unterschrift unter den Verkaufsvertrag gesetzt, im dritten oder vierten Quartal erwarten wir das Closing. Danach werden wir neue private Anteilseigner und neue Geschäftsmöglichkeiten haben. Die gewerbliche Immobilienfinanzierung wird ein wichtiges Kerngeschäftsfeld der Bank bleiben und wir wollen unsere Aktivitäten – nachdem wir bisher auf Deutschland beschränkt waren – behutsam international ausweiten. Den Anfang werden wir aus unseren bisherigen Standorten heraus in Österreich, den Benelux-Staaten, UK und Frankreich machen.

Welche Eigenschaften sollte man als Berufseinsteiger mitbringen?

Das Thema beschäftigt mich tatsächlich bald, da mein Sohn gerade mit dem Abitur anfängt. Erfolgswille, Ideenreichtum und über den Tellerrand schauen sind sicher gute Voraussetzungen für einen Berufseinstieg. Zudem wird aus meiner Sicht das Thema Digitalisierung samt Smart Banking, Robos und Instant-Payment eine immer größere Rolle spielen. Aber auch im Nicht-Bankenumfeld bietet die fortschreitende Digitalisierung sicherlich hohes Zukunftspotenzial und interessante neue Jobs.

Häufig wird darüber gesprochen, dass das Online-Shopping nicht zu stoppen ist. Sehen Sie das auch so?

Ich bin ein großer Shopping-Fan! Der stationäre Einzelhandel hat für mich weiterhin seinen Reiz und seine Berechtigung. Ich sehe mir die Dinge gern vor Ort direkt an und die Haptik spielt beim Einkaufen eine große Rolle. Aber die Digitalisierung und der Online-Handel gewinnen natürlich auch immer mehr. Kluge Einzelhändler verbinden diese beiden Felder miteinander und bieten Multi- oder Omni-Channel-Lösungen an. Für mich hat das klassische Einkaufen im Geschäft, mit echtem Berühren und Sehen, eine andere Qualität – aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Frank Gieselmann
Frank Gieselmann, Leiter der Berliner Niederlassung der HSH Nordbank AG

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