Deutsch
English
Mall of Berlin Facebook
HGHI Xing
LinkedIn
HGHI Youtube

„Die HGHI hat ein gutes Gespür“

Nachgefragt bei Hans-Jürgen Kulartz, Arbeitsdirektor der Berliner Sparkasse

Die Berliner Sparkasse feierte 2018 ihren 200. Geburtstag, gab es im vergangenen Jahr noch weitere Highlights für Sie?

Der runde Geburtstag war ein ganz besonderer Höhepunkt, den wir mit vielen Aktionen gefeiert haben. An 200 Kiezprojekte in der ganzen Stadt haben wir zum Beispiel insgesamt 100.000 Euro verteilt, etwa als Finanzspritze für neue Trikots eines Fußballvereins. Denn gerade die kleinen Vereine machen die Hauptstadt aus und tun ihr gut.

Außerdem haben wir in Jungunternehmer investiert: 40 von ihnen haben wir moderne Arbeitsplätze in einem Coworking Space spendiert. Im Oktober haben wir den Tag der Deutschen Einheit und damit auch die Wiedervereinigung von Ost- und Westsparkasse in Berlin gefeiert. 2018 war mehr denn je ein Jahr der Begegnungen für uns.

Sie schreiben sich auf die Fahnen, das Gewerbe zu fördern, also auch die Immobilienaktivitäten der HGHI. Was sind die Gemeinsamkeiten beider Unternehmen?

Es gibt eine ganze Menge! Beide Unternehmen haben sich der Geschichte Berlins verschrieben und wollen diese weiterentwickeln. HGHI verantwortet vor Ort Riesenprojekte und gibt der Stadt dabei etwas zurück. Mir gefällt insbesondere der Gedanke, dass aus Altem Neues entstehen kann. Die Markthalle Tegel etwa hat eine lange Tradition und Historie. Dass sie jetzt modernisiert und an fast gleicher Stelle fortgeführt wird, ist ein gutes Beispiel für „aus alt mach neu“ und damit verbundenem Fortschritt für die Stadt. Außerdem hat die HGHI ein gutes Gespür dafür, was man wo realisieren kann. Sie entwickelt Projekte behutsam und filigran vor dem Hintergrund ihrer Historie. Die HGHI geht im Übrigen grundsätzlich sehr stark auf die Individualität im Kiez ein, auf Baukörper oder vorhandene Strukturen. Das macht jedes Projekt einzigartig.

Mit welchen Herausforderungen sahen Sie sich im vergangenen Jahr bei der gewerblichen Immobilienfinanzierung konfrontiert?

Im gewerblichen Immobilieneinkauf herrschte eine große Nachfrage. Das Geschäft lief zwar sehr gut, allerdings ließ sich Manches auf einer kurzen Zeitachse nicht realisieren. Gerade am Berliner Markt herrscht jeden Tag ein starker Wettbewerb.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: die Akquise von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir sind froh, wenn wir unsere 80  bis 100 Ausbildungsplätze bis zum Beginn eines Ausbildungsjahres vergeben können - denn das ist trotz vieler Bewerber nicht immer leicht. Gleichzeitig wird unser Personalstand in den kommenden fünf bis sechs Jahren durch Renteneintritte zurückgehen. Wir bemühen uns mit einer hohen Job-Attraktivität um den Nachwuchs, bieten überdurchschnittliche Rahmenbedingungen, regelmäßige Fortbildungen und haben wie die HGHI alle Bereiche inhouse angesiedelt, was das Arbeiten für unsere 3300 Mitarbeiter enorm erleichtert.

Stichwort Nachhaltigkeit: Welche Gewichtung räumt die Berliner Sparkasse diesem Thema ein?

Es beginnt damit, dass wir möglichst wenig Papier verwenden und hört mit nachhaltigen Finanzierungen auf. Unser Augenmerk liegt auf Projekten, die sich unserer Zukunft widmen und dafür sorgen, dass das Zusammenleben in der Hauptstadt auch künftig gut funktioniert. Dazu tragen auch unsere drei Stiftungen in den Bereichen Kunst, Medizin und Soziales bei, die das städtische Bild aktiv mitgestalten.

Der Sitz Ihrer Bank ist seit Gründung im Bezirk Mitte. Dort  haben wir beispielsweise die Mall of Berlin oder das Schultheiss Quartier realisiert. Was denken Sie über die beiden Projekte?

Die Mall of Berlin setzt einen ganz besonderen Akzent in der Stadt. Für mich wirkt das Gebäude wie ein Boot: sicher, groß und stark. Es war eine Meisterleistung, einen solchen Gebäudekomplex in die gefestigte Stadt-Struktur einzufügen. Nur die Ausfahrt aus dem Parkhaus hätte vielleicht noch einen Hauch filigraner sein können (lacht). Am Schultheiss Quartier gefällt mir insbesondere die Konversion von einem alten Brauereigelände in ein modernes Erlebniszentrum mit verschiedenen gestalterischen Elementen. Das Gelände tut dem Kiez gut, indem es dort einen völlig neuen Akzent setzt.

Welche Chancen sehen Sie für den Wirtschaftsstandort Berlin?

Berlin wird meiner Ansicht nach nicht mehr sehr stark wachsen können. Bei fünf Millionen Einwohnern dürfte eine Grenze erreicht sein. Dennoch lässt die Anziehungskraft nicht nach, viele sehen in Berlin nur Potenziale und hohe Attraktivität. Dabei ist, objektiv betrachtet, noch Luft nach oben - etwa bei Wissenschaft, Einkommen und Arbeitsplätzen.

In welchen Bereichen müsste Berlin noch aufholen?

Wichtig für Berlin ist, dass auf der vorhandenen Fläche höher gebaut wird und mehr Areale zur Verfügung stehen, die wiederum für ausreichend Arbeitsplätze sorgen. Wie in Tegel: Wenn der BER in Schönefeld eröffnet und der Flughafen TXL schließt, entsteht dort ein völlig neuer Technologie-Campus, der sich auf viele Bereiche positiv auswirken wird. Neben Arbeitsplätzen mangelt es aber auch an Wohn- und Büroflächen. Wenn sich in Berlin Firmen ansiedeln sollen, müssen sie für ihre Mitarbeiter auch Wohnraum finden. Der derzeitige Engpass ist ein Dilemma für eine Stadt, die dank Technologie und Lage gefragter ist denn je. Siemens zeigt, wie es gehen kann, wir freuen uns über den neuen Standort in Adlershof. So sollte es in Berlin häufiger funktionieren.

Und die Politik?

Politik und Unternehmen können diesbezüglich mehr tun. Wir sollten nicht nur über die Digitalisierung reden, sondern sie umsetzen. Ansonsten trifft, zugespitzt formuliert, ein modernes Adlershof bald auf eine Steinzeitstadt Berlin. Ein weiteres Beispiel ist die Elektromobilität. Es gibt weder ausreichend Kabeltrassen noch Platz noch Geld.

Was plant die Berliner Sparkasse für dieses Jahr?

2019 werden wir vor allem die Digitalisierung vorantreiben. Für uns selbst heißt das: prozessökonomisch noch schneller zu werden. Und unsere Kunden werden wir auf Basis der Digitalisierung noch mehr in ihrem Kerngeschäft unterstützen. Ein Beispiel: Kleinen Kunden, die sich so etwas eigentlich nicht leisten können, werden wir ein digitales Warenwirtschaftssystem bieten. Mithilfe der Digitalisierung schaffen wir individuelle statt Einheitslösungen.

Hans-Jürgen Kulartz
Will die Digitalisierung vorantreiben: Hans-Jürgen Kulartz, Arbeitsdirektor der Berliner Sparkasse
HGHI

© HGHI Holding GmbH
Mendelssohn-Palais
Jägerstraße 49/50
D-10117 Berlin

Tel: +49 30 804 98 48-0
Fax: +49 30 804 98 48-11

E-Mail: hghi@hghi.de
Internet: www.hghi.de