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„Berlin ist eine Bühne“

Interview mit RBB-Reporter Ulli Zelle

RBB-Reporter Ulli Zelle gehört zu Berlin wie Currywurst und die Hertha. Der Journalist lebt seit Anfang der 70er Jahre in der Hauptstadt und kennt sie wie seine Westentasche. Im Interview verrät der Hobby-Sänger, wo Berlin immer rocken wird, wie sich die Wende auf die Stadt ausgewirkt hat und was er von 2019 erwartet.

Sie leben seit Ihrer Studienzeit in Berlin. Wie hat sich die Stadt seither verändert?

Als ich nach Berlin kam, waren es noch zwei Städte. Die eine war der sozialistische Osten, die andere der subventionierte Westen - in Berlin gab es damals zwei völlig unterschiedliche politische Systeme, zwei Währungen, zwei Welten. Es roch außerdem auch unterschiedlich. Im Ostteil vornehmlich nach Braunkohle und 2-Takt-Gemisch. Ost- und West-Berliner waren sich räumlich so nah und doch so fern - durch die Mauer. Ich habe mich auf beiden Seiten getummelt und beide Systeme miterlebt.

Mit der Wiedervereinigung ging es dann einen großen Schritt nach vorne, besonders interessant war die Zeit unmittelbar nach der Wende: Die Stadt war zwar vereint, aber doch noch zerrissen, unfertig. Es war die Zeit der Provisorien, wilden Clubs und Partys. Am Potsdamer Platz beispielsweise gab es damals gar nichts außer dem Tresor-Club. Der war toll! Heute steht da die Mall of Berlin. Diese Berliner Übergangszeit war wirklich hochinteressant. Mittlerweile ist Berlin nicht nur zusammengewachsen, sondern es wächst weiter. Lücken schließen sich, die Narben der Kriegszerstörung verheilen langsam. Dadurch ist innerstädtisch viel passiert. Berlin ist heute eine ganz andere Stadt als die, in die ich 1973 gezogen bin.

Wie haben sich die Berliner verändert?

Der Urberliner an sich hat sich nur ein wenig verändert. Der Neuberliner hingegen unterscheidet sich immer mehr von den Stammberlinern. Schon immer gab es Zugezogene aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands, schon immer herrschte in der Stadt ein besonderes Mentalitätsgemisch. Die Geschichte zeigt, dass Neuberliner früher vor allem aus dem tiefsten Osten, also Ostpreußen oder Schlesien, kamen, heute ziehen sie aus dem tiefsten Westen, besonders aus Baden Württemberg oder Rheinland Pfalz, in die Hauptstadt.

Sie haben hier viele(s) kommen und gehen sehen. Können Sie etwas zu der Historie einiger unserer Projekte sagen?

Ich habe in Moabit lange in der Emdener Straße gewohnt, also direkt um die Ecke des neuen Schultheiss Quartiers. Ich kenne die Turmstraße als Einkaufsstraße schon lange und das Schultheiss Quartier noch als es eine Brauerei war, später dann ein Mischmasch mit Fitnessstudio, Teppichladen und Kneipen. Moabit ist bis heute ein lebenswertes, schönes und buntes Viertel!

Der Berliner Norden hingegen war immer schon ein Stück für sich. Die Leute scheinen hier sehr zufrieden zu sein. Reinickendorf fällt kaum durch negative Dinge auf. Die Reinickendorfer ruhen offensichtlich in sich selbst. Wohl nicht ohne Grund ist dieser Bezirk der mit den ältesten Berlinern und den am längsten haltenden Ehen. Die neue Fußgängerzone Gorkistraße wird die Gegend noch lebenswerter machen.

Haben Sie ein HGHI-Lieblingsprojekt?

Oh ja, die Mall of Berlin am Leipziger Platz! Dort gefällt mir ganz besonders gut die überdachte Sichtachse zwischen Bundesrat und der Leipziger Straße. Eine Art Piazza. Und wenn es hier richtig voll ist, spürt man den Geist der Stadt auf besondere Art, ein guter Ort in Berlin!

Warum interessieren Sie sich für Stadtentwicklung?

Beruflich habe ich das Werden und Wachsen dieser Stadt begleitet, da entwickelt man natürlich ein gewisses Interesse für diese Themen. Etwas neu entstehen zu sehen, gefällt mir. Und Berlin bietet dafür eine großartige Bühne.

Im Herzen sind Sie Rocker: Wo rockt denn die Hauptstadt?

Also cool ist und bleibt immer noch Friedrichshain! Das wird sich so schnell auch nicht ändern, in dem Kiez rappt, rockt und groovt die Hauptstadt. Ein weiterer Ort für mich persönlich ist das Ricken- backers in der Bundesallee, ein cooler Club und täglich Live-Music. Und einmal im Monat auch meine Band. Grundsätzlich rockt Berlin aber jeden Tag!

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