Dima Ovtcharov im Gespräch

Wie bist Du zum Tischtennis gekommen?
Mein Vater hat mich zum Tischtennis gebracht. Er war ehemaliger Nationalspieler, hat mich von klein auf immer mitgenommen und mit mir gespielt. Da ich als kleines Kind großer Cartoon-Fan war, hat er mir erzählt, dass alle Cartoon-Figuren auch immer Tischtennis spielen. Somit habe ich sehr großen Spaß daran gefunden. Alles was eine Platte hatte, wurde zur Spielfläche, angefangen vom Küchentisch. Im Alter von sieben Jahren habe ich dann zum ersten Mal an einer richtigen Tischtennis-Platte gespielt. Anscheinend hat mir mein Vater seine großartigen Fähigkeiten und sein Talent mitgegeben, so dass eins zum anderen führte. Er begleitet mich übrigens bis heute als Trainer.

Pflegst Du vor Deinen Spielen ein bestimmtes Ritual?
Ja, man kann es schon Ritual nennen. Vor jedem Spiel gehe ich für mich eine Art Check-Liste durch. Am Abend vor meinem Match schaue ich mir meinen nächsten Gegner auf Video an. Dabei schaue ich dann auf seine Stärken und Schwächen und meist auch wie das letzte Spiel gegen ihn verlaufen ist. Danach erstelle ich dann meine Taktik. Diese gehe ich eine halbe Stunde vor Spielbeginn nochmal durch. Während des Matches habe ich auch einige kleine Rituale zu gewissen Spielsituationen. Dabei geht es um Taktiken und Körpersprache, die ich versuche einzuhalten. Diese versuche ich ebenfalls vor dem Spiel in der Umkleidekabine noch einmal zu verinnerlichen.

Was war in Deiner Sportlerkarriere bislang Dein einprägsamstes Erlebnis?
Für mich ist mit dem Viertelfinaleinzug beim World-Tour-Jahresfinale in Astana und dem Sprung auf Platz Eins der Tischtennis-Weltrangliste ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Nicht zu vergessen ist aber auch die erste Olympia-Medaille , die ich vor zehn Jahren  für das deutsche Team geholt habe, gefolgt von Silber in Peking, dem Tischtennis-Land Nummer Eins. In London konnte ich dann meinen Kindheitstraum mit einer Einzelmedaille verwirklichen. Auch an meinen ersten Europameistertitel 2013 kann ich mich sehr gut erinnern. Der Gewinn des Weltpokals war ebenfalls ein Highlight meiner bisherigen Karriere. Hoffen wir, dass noch viele tolle Erlebnisse hinzukommen.

Was würdest Du machen, wenn Du nicht Tischtennisprofi geworden wärst?
Eine Alternative wäre Tennis-Spieler gewesen, aber auch eine Funktion als Sportmanager hätte ich mir durchaus vorstellen können.

Was unternimmst Du, wenn Du nicht gerade an der Tischtennisplatte stehst?
Da ich sehr viel unterwegs bin, versuche ich die freie Zeit mit den mir wichtigsten Leuten, meiner Familie und Freunden, zu verbringen. Wir essen dann gemeinsam, spielen Karten oder schauen sehr gerne Filme. Dies hilft mir runterzukommen und abzuschalten. Auch ein wenig Wellness hilft mir zum zum Entspannen.

Hast Du einen Plan für die Zeit nach Deiner aktiven Laufbahn?
Die Zeit vergeht sehr schnell. Sonst war ich immer der Jüngste, aber das hat sich mittlerweile relativiert. Ich hoffe,  das nächste Jahrzehnt als Vollprofi dabei sein zu können. Die älteren Spieler zeigen, dass dies möglich ist. Die Zeit nach meiner Karriere sollte dann hoffentlich nicht ganz so stressig wie jetzt verlaufen. Einen genauen Plan habe ich noch nicht. Vielleicht gibt es dann ja auch eine interessante und reizvolle Aufgabe bei der HGHI für mich.